Die Verhaltenstherapie

1. Was bedeutet Verhaltenstherapie

2. Welche Verhaltensauffälligkeiten gibt es

3. Ablauf der Therapie

4. Fallbeispiel aus der Praxis

1. Was bedeutet Verhaltenstherapie?

Bei der Verhaltentherapie handelt es sich um das Studium der Ethologie (Verhaltensforschung). Ethologie ist die Lehre über das Verhalten bei Tieren oder auch einer speziellen Tierart (hier Katzen) und deren Lebensweise. Beschäftigt man sich intensiv mit dem Normalverhalten dieser Tierart und seiner Stammform, so erkennt man durch dieses Wissen, Verhaltensauffälligkeiten oder –veränderungen (Lexikon der Fremdwörter EAN:29084005) Für diese Verhaltensauffälligkeiten oder –veränderungen gibt es unterschiedliche Methoden der Therapie (in den einzelnen Kapiteln ausführlich beschrieben). Die Verhaltenstherapie für Katzen ist eine spezielle verhaltenstherapeutische Beratung für den Halter und bietet hier die Möglichkeit, gegen Verhaltensstörungen oder störendes Verhalten gezielt und effektiv vorzugehen.top.gif

2. Welche Verhaltensauffälligkeiten gibt es?

Zu den am häufigsten auftretenden Verhaltensproblemen bei Katzen gehören:

Unsauberkeit
Markieren
Zerkratzen von Möbeln/Tapeten/
Zerstörungswut
Aggression gegen Menschen
Aggression gegen Artgenossen
Angststörungen – die sich auch in Aggression äußern können
Stereotypes Verhalten – (zum Beispiel Schwanzjagen)
Overgrooming – (ständiges Belecken von Körperteilen)
Aufmerksamkeit forderndes Verhalten


Die Ursachen die für eine Verhaltensauffälligkeit oder Verhaltensstörung in Frage kommen können, sind sowohl im seelischen Bereich zu finden und äußern sich in:

 

Depression
Angst
Unsicherheit
Einsamkeit
Stress
Langeweile
Eifersucht
Überempfindlichkeit
Frust


als auch im körperlichen Bereich, Auslöser sind:

Erkrankungen
Schmerzen
Allergien


und können des Weiteren auch ausgelöst werden durch:

fehlende Zuneigung
Veränderungen im Umfeld (z.B. Umzug, Renovierungsarbeiten)
fehlende Beschäftigung
unzureichende Haltungsbedingungen
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3. Ablauf der Therapie

Im Vorfeld muss durch einen Tierarzt eine körperliche Erkrankung ausgeschlossen werden. Bei einer unsauberen Katze ist es durchaus möglich, dass eine Erkrankung des Blasen- und/oder Harnapparates vorliegt. Auch Leberschäden, Nierenleiden etc., können das normale Verhalten Ihres Tieres negativ verändern. Demzufolge kann jede Verhaltensveränderung rein organisch bedingt sein.
Wenn der behandelnde Tierarzt keine organischen Befunde feststellen konnte, werde ich Ihnen sehr gerne helfen die bestmögliche Therapie für Ihren Stubentiger auszuarbeiten, damit Mensch und Katze wieder in voller Harmonie miteinander leben können.

In vielen Fällen wird eine Kombination von Haltungsänderung, Verhaltenstraining und ganzheitlicher Therapie angebracht sein.
Sicher ist in jedem Fall, dass sich Probleme nur gemeinsam mit Ihnen als Halter lösen lassen. Ich bin hier auf Ihre absolute Mithilfe und Unterstützung angewiesen. Nur gemeinsam werden wir es schaffen, die Katzenseele wieder in das nötige Gleichgewicht zu bringen.

Bei unserem Erstkontakt schildern Sie mir ganz frei Ihr Problem und ich werde Ihnen dazu gezielte Fragen stellen. Danach erhalten Sie von mir einen individuell für Ihre Katze ausgearbeiteten Fragebogen (mehrseitig) zugeschickt der für die Anamnese von größter Wichtigkeit ist. Für die Beantwortung der Ihnen gestellten Fragen nehmen Sie sich bitte Zeit, denn Ihre Informationen sind wichtig für den Erfolg der Therapie. Nach der Beantwortung der Fragen, werte ich diese aus und erstelle den für Ihre Katze speziellen Therapieplan. Während der gesamten Therapie, werden Sie von mir persönlich betreut werden.

Alle aufkommenden Fragen, Veränderungen im Verhalten Ihrer Samtpfote aber auch Ihre persönlichen Empfindungen können Sie mit mir durchsprechen.
Die besten Therapieerfolge können (wenn angebracht) mit einer Bach-Blütentherapie zusammen erzielt werden. Hierzu werde ich Sie in unserem Vorgespräch detailliert beraten.top.gif

4. Fallbeispiel

(alle Namen geändert) Halterin erzählt: Kater Mare setzt seine „Hinterlassenschaften“ nicht mehr in der Katzentoilette ab, sondern an wechselnden Orten der neuen Wohnung. Die Halterin ist vor 4 Tagen umgezogen und weiß sich einfach nicht mehr zu helfen. Der Kater wirkt verunsichert, ängstlich und erschrickt bei jedem Geräusch. Schimpfen ihrerseits hätte den Zustand sogar verschlechtert. Die Halterin ist wirklich sehr verzweifelt und berichtete, dass sie bedingt durch den Umzug sehr viel Stress hatte und sich nicht mehr richtig um Mare gekümmert hat.

Nach Auswertung des Fragebogens erstellte ich nachfolgenden Therapieplan: Durch den Umzug ist das geordnete Gefüge von Mare komplett durcheinander geraten. Er ist ängstlich und unsicher und reagiert darauf mit Unsauberkeit. Frau H. die Halterin muss nun so einfühlsam mit dem Kater umgehen, wie am allerersten Tag seines Einzuges bei ihr. Kein Schimpfen und keine Bestrafung, denn dieses würde Mare noch mehr ängstigen und verunsichern, da der Kater von Natur aus ein eher zurückhaltendes und schreckhaftes Tier ist.
Mare sollte zuerst einmal in einem einzigen Zimmer gehalten werden, in dem sich alle Grundbedürfnisse wie Fressen, Spielen, Ruhen sowie auch die Toilettengänge abspielen. Frau H. muss ganz besonders in dieser Zeit den Kater regelmäßig und mehrmals täglich aufsuchen. Mare benötigt jetzt besonders viel Liebe, Zuwendung und das Spielen mit Frau H. Erst wenn Mare sich in diesem Zimmer rundum wohl und sicher fühlt, kann sein Territorium in Begleitung von Frau H. langsam und schrittweise ausgedehnt werden. Frau H. muss sich immer wieder Zeit für Mare nehmen und beruhigend und liebevoll mit ihm sprechen, denn sie ist die einzige Vertraute für den Kater.

Wichtig ist, dass Frau H. gewohnte Rituale wieder aufnimmt, damit der Kater erkennt, dass sich zwar die Umgebung geändert hat aber sonst alles für ihn beim Alten geblieben ist. All dieses gibt ihm das Gefühl von Sicherheit und er wird sich dann schnell in der neuen Umgebung zurechtfinden. Jeder Toilettengang sollte besonders gelobt und belohnt werden, damit Mare lernt, dass es sich lohnt wenn er die Katzentoilette benutzt. Auch ist es hier sehr angeraten interaktiv mit Mare zu spielen, damit dem Kater Erfolgserlebnisse verschafft werden und um ihm mehr Selbstvertrauen zu geben.

Zusätzlich empfahl ich eine Bach-Blütentherapie, welche Frau H. gerne in Anspruch nahm. Nach konsequenter Umsetzung der Verhaltens- und Bach-Blütentherapie durch die Halterin, verschwand das Problem der Unsauberkeit und der Kater wirkte in seinem Gesamtbild selbstbewusster, fröhlicher, neugieriger und seine Ängstlichkeit konnte auf ein normales Maß reduziert werden. Halterin und Kater leben nun wieder im Einklang zusammen.top.gif

 

Barbara Teichmann
teichmann@tbt-tiergesundheit.de